Tag der Patientensicherheit

Beim Thema Patientensicherheit denkt man unweigerlich an Behandlungsfehler durch Ärztinnen und Ärzte. Kommt es dazu, stehen die Betroffenen häufig vor großen Herausforderungen. Wir haben es dieses Jahr geschafft, endlich eine gesetzliche Pflicht zum Abschluss einer Berufshaftpflicht für Ärztinnen und Ärzte zu verankern. Das ist ein wichtiger Schritt, aber natürlich reicht das bei weitem nicht aus.

Werden Patientinnen und Patienten Opfer eines Behandlungsfehlers muss die Beweislast fair geregelt sein. Es muss neben dem Haftpflichtversicherungsschutz der Ärztinnen und Ärzte zwingend auch einen ausreichenden Haftpflichtversicherungsschutz bei anderen Leistungserbringern und Medizinprodukteherstellern geben. Und es ist wichtig, dass Patientinnen und Patienten als Opfer von Behandlungsfehlern Unterstützung bekommen, wenn eine finanzielle Hilfe im Einzelfall aus sozialen oder anderen Gründen geboten erscheint. Hierfür brauchen wir einen Härtefallfonds. 

 

Aber auch Hygiene- und Präventionsmaßnahmen sind von großer Bedeutung. Gerade die Belastung mit multiresistenten Krankenhauskeimen ist in Deutschland viel zu hoch. Patientensicherheit und Fehlervermeidung müssen bei der Behandlung oberste Priorität haben - nicht nur am heutigen Welttag der Patientensicherheit, sondern generell. Wir brauchen eine neue Fehlerkultur in Kliniken und unter Ärztinnen und Ärzten. Wir brauchen eine Kultur, die das Begehen von Fehlern nicht stigmatisiert, sondern die es zulässt, dass aus Fehlern Lehren zur Verbesserung gezogen werden können. Ein solcher Kulturwandel ist entscheidend für ein Mehr an Sicherheit für alle Patientinnen und Patienten. Und er hilft auch den Medizinerinnen und Medizinern.